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Reise mit Hindernissen - oder wie aus einem Bummel in München ein Latte Macchiato wurde

Eine Einladung an ein Bloggertreffen bei Snaply am 6./7. Oktober flatterte eines schönen Tages im August in meine Mailbox. Und die meinten tatsächlich mich, da bestand kein Zweifel. Da Snaply seit einiger Zeit auch direkt in die Schweiz liefert, luden sie zum 2. #snaplybackstage auch Schweizer Bloggerinnen ein. Ich war ganz aus dem Häuschen, musste sogar einiges umstellen um am 5. Oktober nach München fliegen zu können. Und ich musste Kompromisse eingehen. Da ich wegen unserer bereits geplanten Paris-Reise nicht bis am Sonntag würde bleiben können, musste ich die Rückreise bereits für den Samstag Abend buchen. Und nun der Reihe nach...

Blick auf die Alpen und auf den Zürichsee
Blick auf die Alpen und auf den Zürichsee

Immer genug Zeit einplanen

Eine schlechte Angewohnheit von mir: immer alles auf den letzten Drücker. Frei nach dem Motto, was du heut nicht musst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen. Aber dieses Mal wollte ich es unbedingt ruhig angehen. Die Kids waren seit 8 Uhr aus dem Haus und mein Flug ging um 13:20 Uhr. Ich hatte mir also extra eine frühe Zugverbindung zum Flughafen rausgesucht und ging pünktlich und völlig entspannt um 11 Uhr aus dem Haus. So wäre ich um 12 Uhr am Flughafen, genügend Zeit für Security und Weg zum Gate. Ich hatte sogar noch Zeit eingeplant um am Bahnhof einen kleinen Snack zu kaufen und am Bankomaten ein paar Euros zu ziehen. Völlig entspannt. Doch es kam anders...

Winterthur - 11 Uhr - die Frisur sitzt
Winterthur - 11 Uhr - die Frisur sitzt

Vom Kiosk... Zum TAxi

Als erstes steuerte ich den Kiosk an, um mir etwas zu trinken zu besorgen. Da stand ich also an der Kasse und griff in die Mitte meiner OLIVIA FURRRRRIOSA. Und ich griff daneben. Also eigentlich nicht daneben - mehr so ins Leere. Es bestand kein Zweifel, da war nix. Und nix bedeutete nix Gutes. Denn das hiess, mein Portmonee war noch zu Hause auf der Kommode und damit mein Ausweis und mein Busticket.

 

Na bravo! Ich verabschiedete mich leicht peinlich berührt von der Kioskdame und ging zum Taxistand gleich vor dem Gebäude. Ich muss verdammt hilflos ausgesehen haben, denn die Taxifahrerin reagierte sofort, als sie mich sah. Ich erklärte kurz die Situation und wir fuhren los. Noch nie kamen mir die knapp 20 Minuten vom Bahnhof zu unserem Haus so endlos lange vor. Im Auto checkte ich schon mal, welchen Zug ich noch erwischen musste, um es pünktlich um 12:50 Uhr zum Gate zu schaffen.

 

Der 12:03 Uhr Zug war Utopie, das war schnell klar. Die S-Bahn um 12:14 Uhr war meine letzte Chance und die erwischte ich, nachdem ich übernervös und mit völlig trockenem Mund am Bahnsteig angekommen war, auch - gerade noch.

 

Wie ein gejagtes Häschen hastete ich durch den halben Flughafen zum Bordkarten-Check und von da weiter zur Security. Schon während dem Anstehen ging ich im Kopf durch, wie ich das am schnellsten hinter mich bringen würde: Koffer rauf, Mac raus und zusammen mit Handy in eine Kiste, Necessaire raus - andere Kiste, Handtasche, Jacke - 3. Kiste. Endlich war ich dran und zack, wie am Schnürchen... Ich ging ruhig durch den Bogen und hoffte, ich würde einfach so durchkommen. Es war mittlerweile 12:41 Uhr. Mein Gate noch in weiter Ferne. 

 

Pieeeeeep! War ja klar. Per Handzeichen wurde ich an einer Linie geparkt und sollte erst mal warten. Klar, ich hatte ja Zeit... Ihr könnt euch vorstellen, dass ich dabei immer nervöser wurde. Mein Herz klopfte bis zum Hals und getrunken hatte ich inzwischen auch noch nichts, ich war ja nur am rennen. 

 

Ich würde an dieser Stelle gerne mal wieder ein Bild einflechten, aber ich hab' schlicht keines. 

 

Was war geschehen? Ich war "die Stichprobe" für den Sprengstoff-Check und da die Dame, die das überprüfen würde, noch mit einem anderen Fluggast beschäftigt war, liess man mich zappeln. Endlich kam eine weitere Dame und bat mich zu sich. Strich mit mit einem Filzstab über die Hände und steckte die Probe in eine Maschine. Alles gut, ich war nicht mit Sprengstoff beladen und durfte drüben meine sieben Sachen hastig wieder in meinen Koffer stecken. Es war 12:46 und ich rannte in Richtung Gate - ohne mein Necessaire, wie sich Stunden später herausstellen sollte. Aber weiter im Text.

 

12:49 - ich komme ausser Atem am Gate an. Puh - das war knapp, denk ich so bei mir und erhasche einen Blick auf die Anzeigetafel. VERSPÄTUNG prangte mir da entgegen. Na bravo. 10 Minuten zwar nur, das würde ich verkraften können, das könnte der Pilot auf dem Weg ja vielleicht sogar wieder aufholen.

 

Während der Wartezeit kam eine Angestellte plötzlich auf mich zu und inspizierte mein Handgepäck. Das sei etwas gross. Und zu schwer sei es auch. Ich stutzte, konnte aber nicht viel machen. Ich musste es in den am Tresen aufgestellten Korb stecken. Und jetzt ratet mal. Genau. Aber um vielleicht 3 mm. Die Dame kannte kein Pardon, der Flug sei ausgebucht, ich müsse das Gepäckstück einchecken. Das sei für mich mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden. Langsam sah ich meinen Stadtbummel mit ein paar anderen Blogger-Mädels dahinschmelzen... Ich würde das Gepäckstück dann am Band entgegennehmen können. Vielen Dank auch. Aus den 10 Minuten wurden 30 bis das Boarding endlich startete. 30 Minuten in denen ich - überhastet - endlich eine Cola Zero runterstürzte, so durstig war ich mittlerweile.

 

Endlich sassen wir nun also alle in unseren Sitzen, die Flugzeugtüren wurden geschlossen, irgendwo ertönte: "Cabin Crew: Boarding completed". In dem Moment empfange ich von Lufthansa eine SMS mit dem Hinweis, dass der Start für 14:01 Uhr bestätigt sei. Wunderbar! Ich mag die moderne Technik. Das war in wenigen Minuten und so hatte ich noch Zeit um aufs Klo zu gehen - das war aber gerade besetzt. Und zwar beide. Um 13:59 Uhr wollte ich dann auch nicht mehr aufstehen, es könnte ja jeden Moment losgehen. Tat es aber nicht... Um 14:15 Uhr raffte ich mich dann endlich auf und ging zur Toilette, schliesslich standen wir noch immer am Gate.

 

Ihr könnt's euch denken. Kaum hatte ich mich hingesetzt, startete die Pilotin die Triebwerke. Was da plötzlich für ein Stress aufkommen kann... Ich beeilte mich und wollte die Türe öffnen. Es blieb beim wollen. Hatte man mich etwa "eingesperrt" weil's losging? Die Tür ging einfach nicht auf und ich fing an zu klopfen. Erst leise, dann etwas - nennen wir es - deutlicher. Ein nettes Flight Attendant kam mir zu Hilfe. Die Tür hatte sich tatsächlich irgendwie verklemmt. Aber mein Gehetze war unnötig. Es vergingen weitere 5 Minuten, bis der Kahn endlich losrollte.

 

OK, ich erlöse euch jetzt mit einem Bild.

Der Inhalt meines Koffers - Nora Jane, Norma Jill, Rag'n'Bone (umgebaut zur Bluse)
Der Inhalt meines Koffers - Nora Jane, Norma Jill, Rag'n'Bone (umgebaut zur Bluse)

Ende in sicht?

Kaum in der Luft leitete die Pilotin auch schon den Sinkflug ein und wir steuerten München an. Habe ich erwähnt, dass ich ab dem Zeitpunkt des Anschnall-Zeichens wieder hätte aufs Klo müssen? 

 

Bis das Flugzeug endlich leer war und alle Passagiere in den Bus gestiegen, vergingen abermals gefühlte Stunden. Bis das Gepäck unseres Fluges endlich auf dem Band auftauchte vergingen weitere. Ich hatte Glück, mein Koffer kam als gefühlt letzter die Rampe hoch. Das gab mir wenigstens genug Zeit immer wieder zu checken, welche Züge zum Hauptbahnhof ich noch verpassen würde... Irgendwann war dann klar, dass ich 16:45 in München Hbf eintreffen würde. Gegessen hatte ich übrigens bis zu diesem Zeitpunkt: genau nichts.

 

Die Mädels - damit sind gemeint Maarika von Liivi & Liivi, Katie von Katiela, Nine von Delari.de, Nastja von DIY-Eule und Fredi von Seemannsgarn - waren ca. 1 km entfernt in einem Kaffee und warteten bereits auf mich. Ich wetzte mit Handgepäck die Treppe des Hauptbahnhofs hoch und wurde prompt von einem jungen Mann überholt. Er drehte sich zu mir und fragte, ob er mir mit dem Koffer helfen könne. 😳 Jetzt war mir klar, dass ich mich nach der Odyssee nicht nur alt fühlte... "Nein, sehr nett, danke, aber das geht grade noch."

 

Im Kaffee angekommen konnte ich - nach einem herzlichen Empfang - endlich aufs Klo. Und dann endlich einen Kaffee und was Kleines essen. Ein Blick auf die Uhr verriet uns aber, dass es an der Zeit war, zum Shuttle-Treffpunkt in Freising zu fahren. Zu meinem Glück war Katie mit dem Auto da und so konnte ich wenigstens in Ruhe mein Sandwich essen und den Kaffee trinken, bevor meine Stippvisite ins Zentrum von München auch schon wieder Geschichte war. Geplant war eigentlich ein ca. 2stündiger Bummel zum einen oder anderen DIY-Geschäft. Aus Gründen fiel der aber leider ins Wasser.

Endlich am Ziel

Katie brachte Fredi und mich zielsicher zum Gasthof / Hotel, wo wir endlich das Snaply-Team treffen würden. Simon, Julian, Daniela, Isah und ein paar andere erwarteten uns bereits und nach und nach trafen noch weitere Mädels ein. Wer noch so alles zu uns gestossen ist, wie lange wir in der Gaststube sitzen geblieben sind und was wir am Samstag bis 16:30 Uhr so alles bei Snaply erlebt haben, erzähle ich euch in einem späteren Beitrag. Nur noch ein kurzer Abstecher zu meinem Necessaire... Ich konnte mich in Gedanken nämlich nicht mehr daran erinnern, das nach dem Security-Check in den Koffer zurückgelegt zu haben. Nach dem einchecken ins Hotelzimmer öffnete ich also als erstes mal den Koffer - eh, ben.... oui. Aber was soll's, Zahnbürste und Zahnpasta hatte ich wenigstens separat gepackt... Also fiel ich irgendwann - noch immer voller Adrenalin - ins Bett...

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Kommentare: 1
  • #1

    Katie (Montag, 08 Oktober 2018 23:52)

    Oh man, wenn man alles noch mal so liest ... da war meine Anreise ein echter Luxus.

    Highlight wäre ja noch gewesen wenn die zwei Jungs vor dem Parkhaus sich doch die Kopfer krallen wollten.

    Aber es war super schön dich kennengelernt zu haben. ❤️ Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen, so weit ist es ja gar nicht.

    Alles Liebe
    Katie